Rundschreiben Archive - Interconsult - Pichler Steinmair Knoll

41/2020: GIS – Begünstigungen für 2020

Veröffentlicht am: 15/09/2020

Mit dem Landesgesetz vom 19.08.2020, Nr. 9 hat der Landtag auch GIS-Steuererleichterungen zur Unterstützung der gewerblichen Tätigkeiten festgelegt.

Beherbergungs-, Kultur-, Sporttätigkeiten und die gastgewerblichen Tätigkeiten

Diese Tätigkeiten sind von der GIS auf betriebliche Immobilien zur Gänze befreit, vorausgesetzt, dass im Jahr 2020 ein Rückgang des Jahresumsatzes von mindestens 20 Prozent im Vergleich zum Jahresumsatz 2019 verzeichnet wird.

Sollte im Jahr 2020 aber ein Umsatzrückgang von weniger als 20 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet werden, dann wird die GIS für das Jahr 2020 um 50 Prozent reduziert.

Stellt man am Jahresende fest, dass aufgrund des dann tatsächlich eingetretenen Umsatzrückganges zu wenig bzw. keine GIS einbezahlt wurde, obwohl 50% der GIS geschuldet wären, so kann diese, ohne Strafen und Zinsen, bis zum 30.07.2021 eingezahlt werden.

Weitere Voraussetzungen für die GIS Befreiung (bzw. Reduzierung) sind, dass:

der Steuerpflichtige auch der Betreiber der in der Immobilie ausgeübten Tätigkeiten ist;oder der Eigentümer das Gebäude dem Betreiber kostenlos zur Verfügung stellt;oder der Vermieter/Verpächter dem Betreiber die Miete/Pacht mindestens um die geschuldete GIS nachgelassen bzw. reduziert hat. Die Reduzierung muss aus einem ordnungsgemäß registrierten Schriftstück hervorgehen.

Diese Betriebe müssen in jedem Fall eine Eigenerklärung (siehe weiter unten) einreichen, da diesen immer mindestens eine Reduzierung zusteht.

Alle anderen gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten

Für alle anderen gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten wird eine Reduzierung von 50% der geschuldeten GIS vorgesehen, vorausgesetzt es wurde ein Rückgang des Jahresumsatzes 2020 von mindestens 20% im Vergleich zu 2019 verzeichnet.

Die für 2020 geschuldete Steuer kann ohne Anwendung von Strafen und Zinsen bis zum 30. Juli 2021 nachgezahlt werden, sollte der Umsatzrückgang von mind. 20% nicht eintreten.

Abgabe der Eigenerklärung bis zum 30.09.2020

Für die Inanspruchnahme der obgenannten GIS–Reduzierung muss zwingend innerhalb 30. September 2020 eine Eigenerklärung bei der Gemeinde eingereicht werden.

Bei Tourismusbetrieben, Kultur und Sport muss in jedem Fall eine Eigenerklärung eingereicht werden, alle anderen Betriebe nur, sofern die Bedingungen für die Reduzierung erfüllt werden.

Bitte schicken Sie uns den ausgefüllten Anhang A sobald als möglich zurück, damit wir für Sie die Eigenerklärung ausfüllen können.

Es wurde dafür verschiedene Eigenerklärungen vorgesehen, welche alternativ eingereicht werden können:

mittels PEC-Mail an die PEC-Adresse der Gemeinde, entweder händisch unterschrieben mit Fotokopie des Ausweises oder auch digital unterschrieben;persönlich in der Gemeinde, wobei die Unterschrift vom Antragsteller selbst vor dem Gemeindebediensteten zu leisten ist; falls per Post mit Einschreiben mit Rückantwort, dann händisch unterschreiben und eine Fotokopie einer gültige Identitätskarte des Antragstellers beilegen.

Im Falle der Reduzierung für eine vermietete/verpachtete Immobilie, muss die Eigenerklärung sowohl vom Vermieter/Verpächter als auch vom Mieter/Pächter unterschrieben werden und die registrierte Zusatzvereinbarung der Mietreduzierung muss dem Antrag beigelegt werden.

Es ist in jedem Fall ratsam, eine Kopie der eingereichten Dokumente aufzubewahren und bei händischer Überbringung vom Beamten zum Empfang abstempeln zu lassen.

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40/2020: Der neue Superbonus 110%

Veröffentlicht am: 11/09/2020

1.1            Einleitung

Im Zuge der Umwandlung der sogenannten Neustart-Verordnung vom Mai 2020 in Gesetz wurden einige Auflagen und Modalitäten für die Inanspruchnahme des neuen Steuerabsetzbetrages von 110% abgeändert. Die wesentlichen Kernpunkte dieser neuen Begünstigung möchten wir Ihnen mit diesem Rundschreiben erläutern.

Die Begünstigung steht für anspruchsberechtigte Subjekte in derselben Form eines Steuerabsetzbetrages wie für die bereits bekannten Bonusse für energetische Sanierungsmaßnahmen von 65% oder für außerordentliche Instandhaltungen an Wohngebäuden von 50% zu. Wesentlicher Unterschied ist dabei, dass die Aufteilung in 5 gleichbleibende Raten erfolgt und nicht in 10 Raten wie für die oben genannten Begünstigungen.

1.2         Anspruchsberechtigte Subjekte

Der Steuerabsetzbetrag gilt für bauliche Maßnahmen, die im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2021 durchgeführt werden.

Folgende Subjekte können den Abzug von 110% in Anspruch nehmen:

Physische Personen, mit der Einschränkung auf maximal zwei Gebäudeeinheiten und nicht im Rahmen der Ausübung einer unternehmerischen oder freiberuflichen Tätigkeit;Kondominien sowie Gebäude der Wohnbauinstitute;Wohnbaugenossenschaften, wobei deren Immobilien den Mitgliedern zugewiesen werden;Beim CONI eingetragene Amateursportvereine und -verbände, limitiert auf Sanierungsmaßnahmen an Umkleidekabinen;ONLUS-Vereine, und andere Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens.

Natürliche Personen müssen auf der zu sanierenden Immobilie im Besitz eines Rechtstitels wie Eigentümer oder Inhaber eines Fruchtgenuss- oder Wohnungsrechtes sein. Genauso ist ein Abzug der getragenen Kosten für jene Subjekte möglich, welche die zu sanierende Immobile mittels Leasing-, Miet- oder Leihvertrag nutzen. Auch kann ein zusammenlebendes Familienmitglied oder ein zukünftiger Käufer, welcher einen registrierten Kaufvorvertrag abgeschlossen hat, den Bonus nutzen.

Abschließend ist zu beachten, dass sämtliche Sanierungsmaßnahmen auf Immobilien der Katasterkategorien A/1, A/8 und A/9 vom neuen Superbonus ausgeschlossen sind.

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34/2020: Urlaubsbonus

Veröffentlicht am: 24/06/2020

Mit dem Gesetzesdekret Nr. 34 vom 19.05.2020 (Dekret „Rilancio“) wurde das „Steuerguthaben für Urlaub“ eingeführt, eine Begünstigung für Familien mit einem ISEE-Wert (Maßstab der wirtschaftlichen Lage einer Familie) von weniger als 40.000 Euro, das für die Bezahlung für in Italien angebotene Dienstleistungen von Beherbergungsbetrieben, Urlaub auf dem Bauernhof und Bed & Breakfast genutzt werden kann. Vermieter von Ferienwohnungen oder Zimmervermieter, die keine zusätzlichen Dienstleitungen anbieten, sind vom Steuerbonus nicht betroffen.

Mit Verfügung des Direktors der Agentur der Einnahmen vom 17.06.2020 wurden die entsprechenden Durchführungsbestimmungen erlassen.

Begünstigte und Nutzungsbedingungen

Die Begünstigung kann von Familien mit einem gewöhnlichen oder aktuellen ISEE-Wert von maximal 40.000 Euro in Anspruch genommen werden und wird wie folgt gewährt:

zu 80% in Form eines Rabatts auf den Betrag, der vom Beherbergungsbetrieb verrechnet wird;zu 20% in Form eines Steuerabzugs, der vom Gast in seiner Steuererklärung für das Steuerjahr 2020 geltend gemacht werden kann.

Die Begünstigung kann zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2020 in Anspruch genommen werden und beträgt maximal:

150 Euro für Haushalte mit 1 Familienmitglied;300 Euro für Haushalte mit 2 Familienmitgliedern;500 Euro für Haushalte mit mehr als 2 Familienmitgliedern.

Das Guthaben kann nur von einem Familienmitglied genutzt werden und muss in einem Mal und für die Dienstleistungen eines einzigen Betriebes verwendet werden.

Nimmt der Gast den Urlaubsbonus in Anspruch, so muss auf der ausgestellten Rechnung oder „documento commerciale“ (bzw. Quittung/Steuerquittung) die Steuernummer des Gastes, dem der Rabatt gewährt wird, angegeben werden.

Der Rabatt wird dem Beherbergungsbetrieb in Form eines Steuerguthabens zurückerstattet, welches ohne Betragsgrenze mittels F24 verrechnet werden kann. Alternativ dazu kann das Steuerguthaben auch an Dritte, einschließlich Banken und Finanzintermediäre, veräußert werden. Die Verrechnung bzw. Veräußerung kann bereits am Tag nach Gewährung des Rabatts erfolgen.

Der Beherbergungsbetrieb ist nicht zur Annahme des Urlaubsbonus verpflichtet. Wir empfehlen bereits zum Zeitpunkt der Buchung zu überprüfen ob der Gast die Begünstigung in Anspruch nehmen will und vorab mitzuteilen ob der Urlaubsbonus angenommen wird oder nicht.

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33/2020: Steuerguthaben für Werbung 2020

Veröffentlicht am: 15/06/2020

Mit den Verordnungen „Cura Italia“ und „Rilancio“ wurden die Berechnungsmethode und der Fördersatz für das Steuerguthaben für Werbung in Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen und Radio nach Gesetz 50/2017 für das Jahr 2020 neu festgelegt.

Nur für das Jahr 2020 sind aufgrund der wirtschaftlichen Krisensituation die gesamten Werbeausgaben für Zeitungen und Zeitschriften sowie für Fernsehen und Radio zu berücksichtigen. Die Begünstigung kann also auch beantragt werden falls:

Die Werbeausgaben des Jahres 2020 niedriger sind als jene des Jahres 2019;im Jahr 2019 keine Werbeausgaben getätigt wurden;die Tätigkeit erst im Jahr 2020 aufgenommen wurde.

Das Steuerguthaben beträgt 50% aller förderbaren Werbeaufwendungen des Jahres 2020.

Anspruchsberechtigt sind Unternehmen, Freiberufler und nicht gewerbliche Körperschaften.

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32/2020: Neuer Steuerabsetzbetrag von 110%, sowie die Umwandlung eines Steuerabsetzbetrages in ein Guthaben und dessen Abtretung

Veröffentlicht am: 05/06/2020

Mit der Neustartverordnung, welche am 19.05.2020 veröffentlicht wurde, ist nicht nur ein neuartiger Steuerabsetzbetrag von 110% für bestimmte Formen von Sanierungsmaßnahmen eingeführt worden, sondern es wurde auch die Möglichkeit geschaffen, einen zustehenden Steuerabsetzbetrag in ein Steuerguthaben umzuwandeln und dieses auch abzutreten. Alternativ bestünde für den Auftraggeber sogar die Möglichkeit, dieses Guthaben direkt vom Rechnungsbetrag abzuziehen.

1.1           Steuerabsetzbetrag von 110% für energetische Sanierungen, Erdbebensicherungsmaßnahmen und Photovoltaik

Dieser Steuerabsetzbetrag ist für bestimmte Baumaßnahmen im Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2021 an Kondominien sowie an einzelnen Immobilieneinheiten, die als Hauptwohnung genutzt werden, anwendbar. Die Aufteilung des Steuerabsetzbetrages erfolgt auf 5 Jahre.

Die folgenden Arbeiten an Kondominien oder an Hauptwohnungen, die zwischen 01.07.2020 und 31.12.2021 durchgeführt und bezahlt werden, sind mit 110% begünstigt und können in 5 Jahren von der Steuer abgezogen werden:

Wärmeisolierungsmaßnahmen (Ausgaben bis zu 60.000 Euro pro Immobilieneinheit); Austausch von Heizungsanlagen mit zentralisierten Anlagen der Klasse A, sowohl für Kondominien als auch für einzelne Hauptwohnungen (Ausgaben bis zu 30.000 Euro pro Immobilieneinheit); Alle anderen Energiesparmaßnahmen, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a) und b) genannten Maßnahmen durchgeführt werden (dabei gelten die Ausgabengrenzen der einzelnen Maßnahmen); Erdbebensicherungsmaßnahmen in Gebieten mit Erdbebenkategorie 1 bis 3 (Provinz BZ ist Kat. 4); Installation von Photovoltaikanlagen, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a), b) und d) genannten Maßnahmen durchgeführt werden (Ausgaben bis zu 48.000 Euro oder 2.400 Euro pro kW), einschließlich der Installation von integrierten Speichersystemen; Installation von Infrastrukturen für die Aufladung von Elektrofahrzeugen in Gebäuden, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a), b) und d) genannten Maßnahmen durchgeführt werden.

Die Abzüge der Buchstaben d) bis f) finden auch für Immobilien Anwendung, die nicht als Hauptwohnung genutzt werden.

Die Steuerabzüge für Ausgaben der Buchstaben a), b) und c) stehen nur zu, falls das Gebäude, auch durch die Maßnahmen nach Buchstabe e), um mindestens zwei Energieklassen verbessert wird oder die höchste Energieklasse erreicht. Die Energieeffizienz muss jeweils vor und nach den Maßnahmen durch einen Energieeffizienzausweis (APE) nachgewiesen werden.

Der Abzug für die Installation von Photovoltaikanlagen unter Buchstabe e) steht nur dann zu, falls die nicht selbst vor Ort verbrauchte Energie an die GSE abgetreten wird und ist nicht mit anderen öffentlichen Förderungen oder Begünstigungen anderer Art kumulierbar.

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31/2020: Zuschüsse an landwirtschaftliche Unternehmen infolge des COVID-19-Notstandes

Veröffentlicht am: 25/05/2020

Mit diesem Rundschreiben möchten wir Ihnen einen Überblick über die von der Provinz Bozen verabschiedeten Zuschüsse für landwirtschaftliche Unternehmen geben.

Im Moment kann man aber noch nicht ansuchen, da erst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen.

Wir werden die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme dieser Begünstigung prüfen und unsere Kunden, die ansuchen können, zeitnah darüber informieren.

1.1           Gegenstand und Begünstigte

Der Zuschuss ist eine Ergänzung des Einkommens aus landwirtschaftlichen und damit verbundenen Tätigkeiten, die durch die Auswirkungen der COVID-19-Krise wirtschaftlich signifikant betroffen sind.

Anspruch auf die Förderung haben landwirtschaftliche Unternehmen, die im Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen eingetragen sind und im Jahr 2020 eine oder mehrere der folgenden Tätigkeiten in Südtirol ausüben:

a) „Urlaub auf dem Bauernhof“-Tätigkeiten gemäß Artikel 2 des Landesgesetzes vom 19. September 2008, Nr. 7, in geltender Fassung, ausgeführt von Unternehmen, die im Gemeindeverzeichnis laut Artikel 8 Absatz 4 desselben Landesgesetzes eingetragen sind,

b) Verarbeitung und Vermarktung im Sinne von Artikel 2 Nummern 6 und 7 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. Juni 2014 landwirtschaftlicher Erzeugnisse gemäß Anhang I AEUV durch Primärerzeuger (Direktvermarkter), die im Besitz der von den geltenden Bestimmungen vorgesehenen Ermächtigungen sind.

c) Tätigkeiten im Rahmen eines Gärtnereibetriebes, ausgeführt von einem Gärtner/einer Gärtnerin, der/die im Berufsverzeichnis der Gärtner eingetragen ist und eine phytosanitäre Ermächtigung gemäß gesetzesvertretendem Dekret vom 19. August 2005, Nr. 214, in geltender Fassung, hat oder im amtlichen Unternehmerregister (RUOP) im Sinne der Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2016 eingetragen ist.

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29/2020: Neuerungen der Verordnung „Rilancio“ – Gesetzesdekret Nr. 34 vom 19.05.2020

Veröffentlicht am: 22/05/2020

Die Verordnung „Rilancio“ wurde am 19.05.2020 veröffentlicht und die darin enthaltenen Bestimmungen sind in der Regel ab diesem Datum in Kraft. Zu einigen Bestimmungen, besonders die Begünstigungen, sind noch Durchfürhungsbestimmungen zu erlassen, die deren Funktionieren genau regeln, sind also leider noch nicht wirklich nutzbar.

Die Verordnung enthält eine Reihe von Maßnahmen beinahltend

Zuschüsse für Unternehmen, Freiberufler, Gesellschaften (600€ bis 1.000€ für Selbstständige und Zuschüsse für MwSt.-Subjekte)Steuerguthaben fürDesinfektionsmaßnahmen und SicherheitsmaßnahmenPersönliche Schutzausrüstung und Sicherheit am ArbeitsplatzMiete und Pacht von ImmobilienKapitalerhöhungen in GesellschaftenAufschübe diverser Verpflichtungen und Zahlungstermine (telematische Registrierkassen, Zahlungen März, April, Mai)Erhöhung des Limits der Kompensierungen und Rückforderungen.

In Folge möchten wir Sie über die interessantesten Maßnahmen informieren. Ein Rundschreiben zu den Maßnahmen in Bezug auf Angestellte und Mitarbeiter folgt noch.

1.1           Zuschüsse für Unternehmen, Freiberufler und Landwirte (Art. 25)

Das Gesetzesdekret sieht einen Zuschuss zu Gunsten von Unternehmen, Freiberuflern und Landwirten vor, welche eine MwSt.-Nummer haben.

Die Zuschüsse werden gewährt an

Subjekte mit Erlösen oder Einkünften im Vorjahr von weniger als 5 Mio. € undfür Inhaber von landwirtschaftlichem Einkommen nach Artikel 32 Tuir,vorausgesetzt, dass der Umsatz im April 2020 um mehr als 33% geringer war als der Umsatz im April 2019. Die Subjekte, die die Tätigkeit ab dem 01.01.2019 aufgenommen haben, haben auch dann Anspruch auf den Beitrag, wenn die Erlöse nicht um 1/3 zurückgegangen sind.

Der Zuschuss wird nicht gewährt an:

Personen, deren Tätigkeit am 31.03.2020 eingestellt wurde, Subjekte, die Anspruch auf die Zuschüsse der Inps in Höhe von 600 € für die Monate März, April und Mai haben (Artikel 27, 38 oder 44 GD 18/2020) sowie öffentliche Einrichtungen;an Subjekte im Angestelltenverhältnis;Freiberufler mit eigenen Pensionskassen verschieden der Inps (Ing., Arch., RA, Geom., Psychologen usw.).

Um den Umsatz korrekt zu bestimmen, wird auf das Datum Bezug genommen, an dem der Verkauf von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen durchgeführt wurde.

Der Zuschuss wird berechnet auf den Umsatzrückgang zwischen April 2020 und April 2019, und zwar wie folgt:

20% des Umsatzrückganges für Subjekte mit Erlösen im Vorjahr unter 400.000€;15% des Umsatzrückganges für Subjekte mit Erlösen im Vorjahr zwischen 400.000€ und 1 Mio. €10% des Umsatzrückganges für Subjekte mit Erlösen im Vorjahr zwischen 1 Mio. und 5 Mio. €.

Es ist ein Mindestzuschuss vorgesehen, und zwar in der Höhe von

1.000€ für natürliche Personen (Einzelfirmen, Freiberufler usw.)2.000€ für alle anderen Subjekte.

Der Zuschuss ist steuerfrei.

Das Ansuchen um den Zuschuss muss ausschließlich elektronisch eingereicht werden, dies kann auch von Intermediären erledigt werden. Die genauen Bestimmungen dazu müssen noch erlassen werden.

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28/2020: Garantierte Kredite und deren Verwendung zur Umschuldung

Veröffentlicht am: 13/05/2020

In unserem Rundschreiben Nr. 25/20 haben wir die verschiedenen Formen und Möglichkeiten von Finanzierungen erläutert, welche Unternehmen und Freiberuflern einen vereinfachten und schnellen Zugang zu Liquidität ermöglichen sollen.

Ein zentraler Punkt ist der Verwendungszweck der gewährten Kredite, genauso wie die Frage, ob mit diesen Finanzierungen bereits bestehende Darlehen getilgt werden können. Zu diesen beiden Punkten möchten wir in diesem Rundschreiben noch einmal Stellung nehmen.

1.1           Verwendung der Finanzierungen

Die mit Hilfe des staatlichen Garantiefonds oder der lokalen Garantiegenossenschaften gewährten Finanzierungen für Unternehmen, welche aufgrund der Covid-19-Krise auf frisches Geld angewiesen sind, müssen grundsätzlich für Erfordernisse der Liquidität und Investitionen verwendet werden, jedenfalls immer für betriebliche Ausgaben bzw. Tätigkeiten.

Der staatliche Garantiefond nennt dabei unter anderem die Begleichung von Leasingraten, Versicherungsprämien, Personal- und Weiterbildungsspesen.

Auch die Finanzierungen an Großunternehmen mit einer Garantie durch die SACE SPA unterliegen bestimmten Limitationen. Deren Verwendung ist zum Zweck der Abdeckung von Personalkosten, sowie Investitionen in Produktionstätigkeiten bestimmt.

Einzig der staatliche Garantiefond gewährt Direktgarantien für Kredite in Höhe von maximal 80%, welche zum Zweck einer Umschuldung durch Unternehmen aufgenommen werden können.

1.2           Garantierte Finanzierungen zur Umschuldung

Der staatliche Garantiefond (Fondo centrale di garanzia per le PMI) gewährt auch Direktgarantien für Kredite in Höhe von maximal 80%, welche zum Zweck einer Umschuldung durch Unternehmen aufgenommen werden können. Die Bedingungen sind dabei folgende:

Die Laufzeit der gewährten Finanzierung darf 72 Monate nicht überschreiten;Keine bzw. keine Mindestdauer der Präamortisation;Der Kreditnehmer hat die Raten bestehender Finanzierungen stets pünktlich bedient („in bonis“);Die Bank gewährt dem Antragsteller zusätzliche 10% an Liquidität.

Sowohl für den Antragsteller als auch das Kreditinstitut könnte eine durch den staatlichen Garantiefond gedeckte Finanzierung in dieser Form Vorteile bringen, und zwar folgende:

Das Unternehmen erhält frisches Kapital in höherem Ausmaß mit einer längeren Laufzeit durch die Verpflichtung der Bank mindestens 10% mehr an Liquidität zu finanzieren;Potenziell geringere Verzinsung der Finanzierung aufgrund der staatlichen GarantieDie Bank kann einen Kredit mit keiner oder nur geringer Sicherstellung durch einen teilweise staatlich garantierten Kredit ersetzen und verfügt somit eine höhere Sicherheit.

Ein vom staatlichen Garantiefond gedeckter Kredit könnte z.B. zur Umschuldung folgender Finanzierungsformen verwendet werden:

Finanzierungen mit kurzer Laufzeit (Vorfinanzierungen, Bevorschussungen usw.);Finanzierungen mit geringen oder keinen Sicherstellungen;Kontokorrentkredite, welche durch das Unternehmen regelmäßig in vollem Ausmaß ausgenutzt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass die Garantien solcher Kredite stets unter die De-Minimis-Beihilfen gemäß EU-Verordnung Nr. 1407/13 fallen, was bedeutet, dass das Unternehmen im laufenden und in den beiden vorangegangen Steuerjahren maximal 200.000 Euro an Beihilfen erhalten kann. Als Beihilfe gilt der Gegenwert der Garantie.

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