32/2020: Neuer Steuerabsetzbetrag von 110%, sowie die Umwandlung eines Steuerabsetzbetrages in ein Guthaben und dessen Abtretung

Veröffentlicht am: 05/06/2020

Mit der Neustartverordnung, welche am 19.05.2020 veröffentlicht wurde, ist nicht nur ein neuartiger Steuerabsetzbetrag von 110% für bestimmte Formen von Sanierungsmaßnahmen eingeführt worden, sondern es wurde auch die Möglichkeit geschaffen, einen zustehenden Steuerabsetzbetrag in ein Steuerguthaben umzuwandeln und dieses auch abzutreten. Alternativ bestünde für den Auftraggeber sogar die Möglichkeit, dieses Guthaben direkt vom Rechnungsbetrag abzuziehen.

1.1           Steuerabsetzbetrag von 110% für energetische Sanierungen, Erdbebensicherungsmaßnahmen und Photovoltaik

Dieser Steuerabsetzbetrag ist für bestimmte Baumaßnahmen im Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2021 an Kondominien sowie an einzelnen Immobilieneinheiten, die als Hauptwohnung genutzt werden, anwendbar. Die Aufteilung des Steuerabsetzbetrages erfolgt auf 5 Jahre.

Die folgenden Arbeiten an Kondominien oder an Hauptwohnungen, die zwischen 01.07.2020 und 31.12.2021 durchgeführt und bezahlt werden, sind mit 110% begünstigt und können in 5 Jahren von der Steuer abgezogen werden:

  1. Wärmeisolierungsmaßnahmen (Ausgaben bis zu 60.000 Euro pro Immobilieneinheit);
  • Austausch von Heizungsanlagen mit zentralisierten Anlagen der Klasse A, sowohl für Kondominien als auch für einzelne Hauptwohnungen (Ausgaben bis zu 30.000 Euro pro Immobilieneinheit);
  • Alle anderen Energiesparmaßnahmen, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a) und b) genannten Maßnahmen durchgeführt werden (dabei gelten die Ausgabengrenzen der einzelnen Maßnahmen);
  • Erdbebensicherungsmaßnahmen in Gebieten mit Erdbebenkategorie 1 bis 3 (Provinz BZ ist Kat. 4);
  • Installation von Photovoltaikanlagen, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a), b) und d) genannten Maßnahmen durchgeführt werden (Ausgaben bis zu 48.000 Euro oder 2.400 Euro pro kW), einschließlich der Installation von integrierten Speichersystemen;
  • Installation von Infrastrukturen für die Aufladung von Elektrofahrzeugen in Gebäuden, vorausgesetzt dass diese in Zusammenhang mit unter den Buchstaben a), b) und d) genannten Maßnahmen durchgeführt werden.

Die Abzüge der Buchstaben d) bis f) finden auch für Immobilien Anwendung, die nicht als Hauptwohnung genutzt werden.

Die Steuerabzüge für Ausgaben der Buchstaben a), b) und c) stehen nur zu, falls das Gebäude, auch durch die Maßnahmen nach Buchstabe e), um mindestens zwei Energieklassen verbessert wird oder die höchste Energieklasse erreicht. Die Energieeffizienz muss jeweils vor und nach den Maßnahmen durch einen Energieeffizienzausweis (APE) nachgewiesen werden.

Der Abzug für die Installation von Photovoltaikanlagen unter Buchstabe e) steht nur dann zu, falls die nicht selbst vor Ort verbrauchte Energie an die GSE abgetreten wird und ist nicht mit anderen öffentlichen Förderungen oder Begünstigungen anderer Art kumulierbar.

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